Das lange warten auf die „Faszination Torres del Paine“ in Puerto Natales

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Ohne Reservation ging es von El Calafate nach Puerto Natales. Die Mehrheit im Bus haben bereits alle Refugios oder Campings für den Nationalpark gebucht. Da ich sehr flexibel unterwegs bin, versuchte ich mein Glück bei der Ankunft vor Ort. Meine Eindrücke, wie ich das ganze organisiert habe und mein Fazit findet ihr unterhalb.

Organisation im Park

Es gibt 3 verschiedene Organisation im Nationalpark, jede Organisation hat einen gewissen Anspruch auf einen Teil des Parks. Dies macht die Reservation der einzelnen Übernachtungsmöglichkeiten sehr mühsam und nervenaufreibend.

CampingTorresDelPaine

  • CONAF ist für den Einlass in den Nationalpark zuständig und bietet 3 Unterkunftsmöglichkeiten an. Die Übernachtungsmöglichkeiten von CONAF sind sehr einfach und eher spartanisch eingerichtet. Wer somit ein richtiges Campingerlebnis haben möchte, bucht die Übernachtung bei CONAF.
    • Negativer Punkt: Diese Campings sind meistens Monate zuvor bereits ausgebucht.
    • Positiver Punkt: Die Campings haben eine super Lage und sind sehr preiswert.
  • Vertice Patagonia ist eine öffentliche Einrichtung und bietet total 4 Unterkunftsmöglichkeiten im Park an. Wer den W-Trail absolvieren möchte, muss mindestens 1 Nacht bei Vertice buchen.
    • Negativer Punkt: Der Preis pro Übernachtung ist etwas höher als bei CONAF.
    • Positiver Punkt: Vertice Patagonia bietet grössere Campings an und die Chance einen Platz zu bekommen ist ziemlich hoch. Zudem ist der Standard etwas höher als bei CONAF.
  • Fantasticosur ist der private Anbieter von Campings und Refugios im Park. Fantasticosur bietet ebenfalls 4 Einrichtungen zum Übernachten an. W-Interessierte müssen ebenfalls 1 oder 2 Übernachtungen bei Fantastiosur einrechnen.
    • Negativer Punkt: Defintiv der teuerste Camping und etwas umständlich eine Reservation zu finden.
    • Positiver Punkt: Die Campingplätze haben einen hohen Standard und bieten neben Design-Duschen/Badezimmer auch Mini-Markets und Restaurants an.

Nach mehreren Besuchen bei Vertice und Fantasticosur, konnte ich 3 Nächte für das absolvieren des W-Trails reservieren. Negativer Punkt, ich muss 4 Tage in Puerto Natales verbringen, bis ich den Nationalpark betreten darf. Zumindest bieten sich diese Tag an, sich für den Trail vorzubereiten, die Wäsche zu waschen und den Blog upzudaten.

W-Trail

1. Tag – Anreise Nationalpark, Wanderung Mirador Gletscher Grey und Camping Paine Grande

Am ersten Tag ging es um 07:00 Uhr in Puerto Natales los. Der Bus fuhr bis zum Nationalpark Eingang, dort mussten wir die Eintrittsgebühr bezahlen erhielten ein Einführungsvideo wie man sich im Park verhalten sollte. Da meine erste Nacht im Camping Paine Grande war, musste ich mit dem Bus bis zur Station Pudeto weiterfahren. Von Pudeto ging es anschliessend mit dem Katamaran bis zum Camping Paine Grande. Es ist mittlerweile 12:00 Uhr und Zeit das Zelt aufzustellen.

Für den Rest des Nachmittags entschied ich mich noch, den Mirador Grey zu besuchen. Die Wanderung bis zum Mirador dauert mit leichtem Gepäck etwa 4 Stunden, je nach Wind und Wetter kann dies etwas länger oder kürzer sein. Ich hatte starken Gegenwind mit leichtem Regen, eine gute Mischung für ein Gesichtspeeling.

2. Tag – Wanderung zum Mirador Britanico und Camping Francés

Am zweiten Tag ging es vom Camping Paine Grande bis zum Camping Italiano. Dort wechselte ich den grossen Rucksack mit dem kleinen und machte die Tour bis zum Mirador Britanico. Man kann den Rucksack ohne Bedenken vor Ort liegen lassen, wer will schon einen nassen Rucksack mit verschwitzter Kleidung klauen 😉

Die Wanderung bis zum Mirador Britanico hat es in sich. Teilweise besteht er Trail aus nur noch losen Steine und es wird etwas Geschicklichkeit notwendig. Dieser Trail ist nicht zu unterschätzen und dauert rund 2.5 Stunden bis zum Aussichtspunkt. Zurück im Camp Italiano ging es dann noch etwa 35 Minuten zu Fuss bis zum Camping Francés.

3. Tag – Wanderung zum Camping Central

Vom Camping Francés wartet ein 5 Stunden Marsch bis zum Camping Central. Auf diesem Trail lohnt es sich etwas Zeit zu nehmen. Der Trail führt an einem See entlang und bietet mehrere Aussichtspunkte und Fotomöglichkeiten. Besonders der Mix zwischen Sonne, Wind und Regen generiert immer wieder einen Regenbogen.

Je nach Wind empfehle ich hier Regenjacke und Regenhose mit grösseren Öffnungen zur Temperaturregelung. Gutes Beispiel bietet das Foto mit dem Regenbogen, der Regenbogen wurde durch aufwirbeln des Wassers vom See erzeugt… 2 Sekunden später war ich von oben bis unten völlig durchnässt 😉

4. Tag – Mirador Base Las Torres und Rückreise nach Puerto Natales

Die letzte Nacht verbrachte ich im Camping Central. Der Aufstieg bis zur Base Las Torres dauert gemäss Plan 4 Stunden. Besonders der letzte Teil ist ziemlich anstrengend und technisch etwas schwieriger zu bewältigen als die ersten Kilometer.

Wer jedoch sportlich fit ist und noch genügend Energiereserven hat, kann den Aufstieg auch in 2 bis 2.5 Stunden absolvieren. Ich wollte es zum Schluss nochmals wissen und erreichte die Spitze ohne Pause und mit sportlichem Wanderstil/ Trail Running in 2 Stunden und 15 Minuten.

Danach ging es etwas gemütlicher zum Camping zurück und mit dem Bus zurück in die Zivilisation.

Kosten

  • Bus von Puerto Natales zum Nationalpark: 7’500.-**
  • Eintritt Nationalpark (CONAF): 21’000.-
  • Katamaran vom Nationalpark zum Camping Paine Grande: 18’000.-
  • Camping Paine Grande (Vertice): 6’000.-
  • Camping Francés (Fantasticosur): 13’000.-
  • Camping Central (Fantasticosur): 13’000.-
  • Bus von Camping Central zur Busstation Laguna Amarga: 3’000.-
  • Bus von Nationalpark zurück nach Puerto Natales: 7’500.-**

** Preis gilt nur, wenn Hin- und Rückfahrt zusammen gebucht werden.

Total Kosten: CLP 89’000.- = CHF 138.-

Fazit

Leider kann ich den grossen Rummel rund um den Nationalpark Torres del Paine nicht verstehen. Für mich war das ganze eher ein Wander/Camping Abenteuer für Anfänger und der W-Trail weder anspruchsvoll noch technisch schwierig zu absolvieren. Besonders wenn man die Kosten und die Zeit einberechnet, habe ich bis jetzt genauso schöne Nationalparks in Chile, Brasilien oder in Argentinien besucht.

Wer zuvor schon in El Chalten und El Calafate war, kann ohne schlechten Gewissens eine Tagestour zu den Türmen reservieren. Ich würde dann eher etwas länger in Ushuaia oder Puerto Williams verweilen. Hier kommen Naturfreunde eher auf ihre Kosten, zudem sind die meisten Wanderungen kostenlos und ebenso spektakulär.

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