Trekking Tour – Chapada Diamantina

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Da das Wetter am nächsten Tag nicht hervorragend sein sollte, buchten wir einen Tagestrip und anschliessend eine 3 Tages-Tour durch das Vale do Pati. Wir konnten mit unserem Guide Rau eine Vereinbarung treffen, dass wir nicht den selben Start und Zielort haben wie die meisten anderen Anbieter. Nach dem Tagestrip in den Norden, fuhren wir nach Guiné und starteten von da, das Abenteuer mitten durch das Vale do Pati bis nach Andaraí.

Tag 1 – Day-Trip

Da wir etwas mehr für einen privaten Guide bezahlt haben, sind wir auf dem ganzen Trip nur zu zweit unterwegs. Auf dem Tagestrip werden wir die Wasserfälle Rio Mucugezinho, den Berg  Morro Pai Inacio, die Pratinha und Grotto Azul sowie die Gruta da Fumaça besichtigen. Nach diesen Attraktionen werden wir die Nacht in Guiné verbringen. Unser Guide Rau hat uns diesen Vorschlag während der Fahrt gemacht, es sei viel Interessanter und er könnte uns mehr vom Nationalpark zeigen. Geplannt war zuerst eine Übernachtung im Vale do Capão mit einer längeren Trekking-Tour durchs Tal. Rau empfahl uns jedoch die Tour ab Guiné bis nach Andaraí.

Rio Mucugezinho

Der Besuch der Wasserfälle war ganz in Ordnung. Dieser Spot befindet sich auf dem Weg zu den anderen Highlights. Der Wasserfall war ganz ok, mehr jedoch auch nicht. Es gab noch die Möglichkeit etwas zu trinken oder schwimmen zu gehen.

Morro Pai Inacio

Der Morro Pai Inacio sieht von unten ziemlich beeindruckend aus. Es gibt eine Strasse, welche die Gäste praktisch vor den Berg bringt. Von Parkplatz sind es dann noch etwa 20 Minuten Fussmarsch aufs Hochplateau. Man kann eine 360 Grad Rundumsicht geniessen. Auf der normalen Tagestour wird diese Attraktion gegen 16:30 besucht, dann können die Teilnehmer noch den Sonnenuntergang bewundern. Der Morro Pai Inacio lohnt sich, man kann innert kürzester Zeit einen schönen Blick übers Tal bewundern und der Aufstieg ist auch mit einfachen Turnschuhen möglich.

Gruta da Fumaça

Zu Beginn war ich etwas skeptisch von der Gruta da Fumaça. Es war für mich nicht die erste Grotte und dann sind die Erwartungen immer etwas höher. Für die Grotte bekamen wir einen neuen Guide, auch dieser konnte gut Englisch und konnte uns mehr über das Gebiet und die Grotte erzählen.

Die Tour dauert ca. 45 Minuten und war sehr interessant. Man läuft mehr oder weniger selbständig durch die Grotte und kann die Stalagmiten und Stalagtiten von sehr nahe betrachten. Es wurde auch noch nicht viel verändert, es gibt noch keine Holzwege oder künstliches Licht in der Grotte. Ebefalls wird kontrolliert wieviele Personen die Grotte pro Tag besichtigen.

Pratinha & Grotto Azul

Bei Pratinha handelt es sich um einen abgesperrten Schwimmbereich. Typischerweise wieder nur mit Stehbereich. Die Grotto Azul bietet einen Blick auf das Azurblaue Wasser der Grotte. Das Bild was jedoch auf den Flyer der Anbieter versprochen wird, kann nur in einem bestimmten Monat und zu einer gewissen Zeit bewundert werden.

Wir haben uns für 40R$ noch einen kurzen Schnorchel Ausflug geleistet. Für mich war dies definitiv die bessere Beschäftigung als in einem Plastikstuhl zu sitzen und im Stehbereich plantschen zu gehen.

Nach dem Schnorcheln ging dann die Fahrt weiter Richtung Guiné, diese dauerte 2 Stunden.

Tag 2 – Vale do Pati

Der Tag begann um 07:00 Uhr, ein Fahrer fuhr uns zum Eingang des Parks. Von dort aus waren wir dann 3 Stunden unterwegs, bis wir den ersten Aussichtspunkt ins Vale do Pati erreichten.

Nach dem Aufstieg ging es weiter mit einem schnellen Abstieg durchs Tag, wir haben ein grösseres Camp zum Übernachten passiert und sind dann weiter dem Fluss entlang. Wir passierten unterschiedliche Wasserfälle und hatten bei jedem Wasserfall die Möglichkeit schwimmen zu gehen. Bei zweiten Wasserfall machte uns Rau dann auch gleich noch Mittagessen.

Gegen 15:30 Uhr passierten wir dann ein zweites Camp, das war auch unsere Übernachtungsmöglichkeit im Park. Es war ebenfalls eine einfache Unterkunft mit einem 6-Zimmer-Dorm. Es gab etwas Licht und fliessend Wasser. Die Guides haben dann in der Küche das Nachtessen für die jeweiligen Gruppen zubereitet.

Der Weg am Wasser entlang gehört nicht zu den Standard Tour. Rau machte mit uns diese Route, weil wir nur 2 Gäste waren und eine entsprechende Fitness und Geschicklichkeit hatten. Der Weg am Fluss entlang kann ich nur empfehlen, war sehr Abenteuerlich und nicht ganz einfach.

Tag 3 – Vale do Pati

Am dritten Tag stand die Bergetappe auf den Castello an. Nach den Angaben der Acency und Rau sollte dies sehr anstrengend und anspruchsvoll sein. Wir konnten das grössere Gepäck in der Unterkunft lassen und nur mit leichten Gepäck marschieren.

Nach zwei Stunden waren wir bereits im Ziel angekommen. Wenn man eine gewisse Grundfitness besitzt, sollte der Aufstieg nicht so anstrengend sein. Anspruchsvoll deshalb, weil man immer wieder über nasse und rutschige Steine klettern muss. Ebenfalls muss man durch eine Höhle kriechen und sich an Felsvorsprüngen festhalten.

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Aussicht vom Morro de Castello

Tag 4 – Vale do Pati

Nach einer stürmischen Nacht in der Unterkunft von Donna Linda, ging es um 07:00 Uhr  weiter auf die letzte Etappe nach Andaraí. Gemäss Rau sollte dieser Marsch zwischen 5 und 6 Stunden in Anspruch nehmen. Es regnete jedoch seit 04:00 Uhr ununterbrochen, bei uns im Zimmer tropft es von der Decke und vor der Tür hat sich inzwischen auch ein kleiner Fluss gebildet. Zum Glück haben wir uns für den Abmarsch um 07:00 Uhr und nicht um 05:00 Uhr entschieden. So entgeht uns zwar das Schwimmen in einer anderen Grotte, bei schlechten Wetter verzichte ich jedoch gerne darauf.

Auf den Trails haben sich reisende Wasserfälle gebildet, man läuft sozusagen dem Wasser entlang aus dem Tal. Ich stand bis zu den Knien im Wasser, hier würden auch Gummistiefel nicht mehr viel helfen.

Nach 1.5 Stunden hatten wir den Anstieg hinter uns. Der Regen hat inzwischen auch nachgelassen und ich konnte die Regenjacke wieder ausziehen. Je mehr wir Richtung Andaraí kamen, desto mehr zeigte sich die Vergangenheit vom Chapada Diamantina. Die Landschaft bestand aus riesiegen Felder von Gestein. Diese Steinmassen wurden vor ca. 200 Jahren während des Diamantenbooms von tausenden Brasilianern abgebaut und  zerkleinert.

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Die letzten Kilometer bis nach Andaraí

Nach ca. 4.5 Stunden haben wir das Dorf Andaraí erreicht. Seit den letzten 4 Tagen war dies die längste und anstrengendste Strecke, welche zu absolvieren war. Ich hatte jedoch noch genügend Energiereserven um weitere Kilometer zu laufen.

Fazit

Wir haben für die 4 Tage im Chapada Diamantina mit Fahrer, Unterkunft, Guide und Essen 1400R$ pro Person bezahlt. Für mich war dieser Preis mehr als fair, da wir nur 2 Personen waren und einen privaten Guide hatten. Mir haben die 4 Tage im Nationalpark sehr gefallen und würde jederzeit wieder für ein paar Tage vorbeigehen. Empfehlenswert sind besonders die 3-4-5 Tagestouren, Day-Trips beinhalten längere Fahrzeiten mit dem Car/Auto.

Hinweise zu den verschiedenen Tour-Anbietern

Es lohnt sich, bei mehreren Anbietern sich ein Angebot einholen zu lassen. Wir waren schlussendlich bei 4 Anbietern und haben uns für die lokale Agency entschieden. Viele möchten lediglich die Tagestouren oder eine 3-4-5 Tagestour durchs Vale do Pati verkaufen, ohne dabei auf die Wünsche der Touristen einzugehen.

Ebenfalls immer zweimal nachfragen, ob alle Eintritte, die Verpflegung und Übernachtungen inklusive sind. Als Europäer bezahlt man ebenfalls mehr, was für mich leider auch keine Überraschung mehr war. Die Bemerkung „Wasser always inlcusive“ bedeutet im Chapada Diamantina, man kann seine Wasserflasche jederzeit an einem Wasserfall oder in einem Fluss auffüllen. Das Wasser hat zwar eine braun/gelbliche Färbung, ist jedoch geniessbar.

Preispolitik der Agenturen in Lençois

Im Park sind wir noch auf eine grössere Gruppe von 9 Personen getroffen. Darunter war eine Schweizerin, ein Paar aus Frankreich, zwei Engländer und 4 aus Brasilien. Die Preisspanne lag für eine 3 Tagestour ohne Spezialwünsche zwischen 600R$ und 1100R$. Natürlich hat die Schweizerin und das Paar aus Frankreich am meisten bezahlt. Als dies nach dem Nachtessen ans Licht kam, war die Stimmung dann auch mehr als im Keller. Schade, dass sich die Organisatoren nicht auf eine einheitliche Preispolitik einigen können.

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